Buchtipp: Rettet das Spiel – weil Leben mehr ist als funktionieren

… zum Glück saß ich gerade 2,5 Stunden im Wartezimmer eines Arztes und konnte das Buch fast komplett lesen.

Das Wichtigste, ganz kurz:

Spielen ist ein Naturvorgang! Wir spielen mehr als wir meinen, Gedankenspiele sind allgegenwärtig. Ohne Spiel keine Kreativität, keine Erfindungen und keine Schönheit. Spielen heißt Ausprobieren und Erkunden können ohne Ziel, Nutzen, Zweck und Plan. Ein Zusammenspiel zwischen Verbundenheit und Freiheit bereitet den Spielenden große Freude, weil sich sich in dem Moment selbst Verwirklichen können.

Auch Wettkämpfe mit vereinbarten Spielfeldern , Spielregeln und die Spieldauer, machen großen Spaß und interessieren die Maßen als Zuschauer. Wie z.B. Fußball, der leider sehr ernst geworden ist, aber im Grunde genommen ist und bleibt er ein Spiel.

Ein no-go sind Spiele (z.B. Computer Spiele), ohne Ende und die immer on-air sind. Spiele bei denen nur die eigenen Zeit der Einsatz ist, um besser zu werden … Das sind Spiele die traurig und melancholisch machen, weil der/die SpielerIn seine wirklichen Talente nicht nutzen kann.

zum Buch:

http://www.deutschlandfunkkultur.de/gerald-huether-ueber-rettet-das-spiel-der-fantasie-fluegel.1270.de.html?dram:article_id=371518

https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/rettet-das-spiel/978-3-446-44701-1/

 

Zitat

“Und dann muss man auch noch die Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen.”

Astrid Lindgren

Text: Wälder waren mein Ritalin

Text&Quelle: 3sat.de 

Noch im Jahr 1990 spielten etwa 75 % der Kinder regelmäßig draußen, doch mittlerweile verlässt weit mehr als die Hälfte kaum noch das Haus!

Naturentzug – so krass könnte man das nennen, was moderne Kinder allzu häufig durchmachen. Natürlich wissen sie nicht, was sie verpassen, wenn sie sich Tag für Tag fast nur in Innenräumen aufhalten und stundenlang am Display eines digitalen Geräts kleben. Der Autor Richard Louv findet in seinem Buch »Das letzte Kind im Wald: Geben wir unseren Kindern die Natur zurück!« klare Worte für ein Phänomen, das dem Menschen absolut nicht guttut.

Gefahrenzone – oder ein Spielplatz für Kinder?

Wir vergessen, woher wir stammen und was wir brauchen

Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene erleben heutzutage eine immense Entfremdung von der Natur, mit der wir Menschen seit vielen Jahrtausenden untrennbar verbunden waren: Sie ernährte uns, in ihr lernten und arbeiteten wir, und sie verzauberte uns immer wieder mit ihrer Fülle und Pracht. Noch im Jahr 1990 spielten etwa 75 % der Kinder regelmäßig draußen, doch mittlerweile verlässt weit mehr als die Hälfte kaum noch das Haus. Der Autor erinnert sich an seine eigene Kindheit, die so ganz anders war, als man es heute kennt, und ist überzeugt: »Die Wälder waren mein Ritalin«. Zugeben, sein Buch ist schon ein paar Jahre alt, doch die Zustände haben sich nicht gebessert, eher ketten wir uns inzwischen noch enger an virtuelle statt an reale Welten, und vergessen dabei, woher hier wir stammen – und was wir wirklich brauchen.

Die Lösung:

eine »Schule des Staunens« – und biodiverse Städte

Naturentzug, das bedeutet ein Verlust an Lebensfreude, an Entdeckerlust, an Kreativität. Die Natur ist so vielfältig und betörend, wie es keine Stadt und keine Handy-App sein kann, sie lädt dazu ein, sich mit ihr zu befassen, sie zu entdecken und sich in ihr auszuprobieren. Auf Bäume klettern, Dämme bauen, im Schlamm plantschen: Das alles kennen viele Kinder gar nicht mehr, und darum, so der Autor, funktionieren die Kleinen zwar noch, verkümmern aber innerlich. Sogenannte »Loose Parts«, also frei verfügbare Materialien, fordern Kinder dazu heraus, sie neu zu kombinieren und wecken den Erfindergeist. Modernes Spielzeug ahmt nur unvollkommen nach, was Äste, Steine und Erde einst leisteten.

Als Lösung schlägt Louv eine »Schule des Staunens« vor, die zuerst die Erwachsenen erfassen muss, um dann die Kinder herauszureißen aus den künstlichen Innenraumwelten. Nur staunende Erwachsene können ihrem Nachwuchs Begeisterung für die Natur vermitteln! Ganz praktische Ansätze verfolgt der belgische Architekt Vincent Callebaut, der seine Arbeit dem intensiven Bemühen widmet, städtische Architektur, und den modernen Menschen mit der Natur zu vereinen: Seine Entwürfe zum Thema begrünte Städte führen uns zurück in den Wald, ohne dass wir den urbanen Raum dafür verlassen müssen.

Quelle: 3sat.de